Aufstand gegen eine Besatzung
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Journalismus

Eine irreführende Darstellung des Völkerrechts


Herzinger wählt den Angriff





Herr Herzinger lässt bei seiner Wahl des Angriffs das Geltende Völkerrecht unbeachtet !

Zitat:
"Die Palästinenser nennen die Besiedlung
nach internationalem Recht illegal
und verlangen den Abzug der "Besatzer"."
  ( 1 )

Welch eine Art von "Journalismus" ist das eigentlich, die ein eindeutiges Besiedlungs-Verbot des Völkerrechts  für die Besatzungsmacht "nur" als Forderung der Palästinenser darstellt.
Ist das eine bewusste Verschleierung der Wahrheit des Völkerrechts?
Ist dieser "Stil" einer angesehenen Tageszeitung in Deutschland noch würdig?

Zitat:
"3 - GRENZEN: Die Palästinenser fordern,
dass ihr Staat die 1967 von Israel besetzten Gebiete Westjordanland, Gaza und Ost-Jerusalem umfasst.
Israel hat den Gazastreifen geräumt,
will aber aus Sicherheitsgründen an Teilen des Westjordanlands sowie an Jerusalem festhalten.
Für konservative Juden gehört das Land zum biblischen Groß-Israel."
  ( 1 )

An was die Regierung in Tel Aviv festhalten will, verbietet jedoch das Völkerrecht.
Herr Herzinger aber "beherzigt" dieses Verbot ebenfalls nicht.
Ist in seiner irreführenden Rechts-Darstellung eine "stille" Zustimmung zum Bruch des Völkerrechts durch Tel Aviv "versteckt"?

Art. 49 ( 6 )
Genfer Abkommen über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten


"Die Besetzungsmacht darf nicht Teile ihrer eigenen Zivilbevölkerung
in das von ihr besetzte Gebiet deportieren oder umsiedeln."

Auf den angeblichen Biblischen "Land-Anspruch" vor über 5.000 Jahren weist Herr Herzinger hin.
Doch das seit 60 Jahren niedergeschriebene Geltende Völkerrecht scheint in keiner Weise seine "journalistische" Gedächtnis-Arbeit zu berühren.
Denn auch hier zitiert Herr Herzinger "nur" die Forderungen der Palästinenser.
Dass die Allgemeinen Regeln des Völkerrechts zum Bestandteil des Bundesrechts erklärt sind, scheint Herrn Herzinger ebenfalls fremd zu sein und damit auch seine Pflicht, das Völkerrecht in seiner Berichterstattung weder zu verschweigen, noch verfälscht widerzugeben.

Art 25 GG
"1  Die allgemeinen Regeln des Völkerrechtes sind Bestandteil des Bundesrechtes.
2  Sie gehen den Gesetzen vor und erzeugen Rechte und Pflichten unmittelbar für die Bewohner des Bundesgebietes."

Das Verbot der Besiedlung für die Besatzungsmacht und die rechtsgültige Forderung des UN-Sicherheits-Rates in seiner Resolution 242 von 1967 nach einem vollständigen Ruckzug der Armee Israels aus den eroberten Gebieten gehören offensichtlich nicht zu seinem Geschichts-Wissen, das zum Grund-Handwerkszeug jedes ehrenhaften Journalisten in Deutschland gehören sollte.

Welches Wissen ist Herrn Herzinger über die Grenzen seiner journalistischen Freiheit bekannt?

Art 5 GG
"(1)  1  Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten
und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.
2  Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet.
3  Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze,
den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre."

Zu diesen "allgemeinen Gesetzen" gehört auch das Völkerrecht, Herr Herzinger!

Art 26 GG
"1Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden,
das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, ( ... ), sind verfassungswidrig
.
2  Sie sind unter Strafe zu stellen."

Ist sich Herr Herzinger der Folgen seiner "verfälschten" Darstellung der Rechte der Palästinenser bewusst?
Er legt mit seiner unzutreffenden Information den "Unfrieden" in die Meinungsbildung seiner Leser.
Außerdem verletzt er eine Grundpflicht des Journalismus,
die sachgerechte und wahrheitsgemäße Aufklärung über Hintergründe.
Doch Herr Herzinger "wählt" verfälschte Umschreibungen des Geltenden Völkerrechts.

Wo Herr Herzinger "seinen" Journalismus gelernt hat bleibt mir verschlossen.
Vor über 60 Jahren wurden in Deutschland Journalisten in einem "verblendeten" Stil ausgebildet.

Herrn Herzingers "Stil" erscheint mir nicht weit entfernt von den radikalen islamistischen Hetzsendungen.
Muß sich Deutscher Journalismus "ohne Not und Gefahr für Leib und Leben" auf dieses unter BILD-Niveau hinab bewegen?
An vielen Plätzen in der Welt verloren und verlieren Reporter für eine wahrheitsgemäße Berichterstattung ihr Leben.
Herr Herzinger sollte dies bei seiner "Berichterstattung" bedenken!

Aus welchen Gründen hat Herr Herzinger seinen Platz in der Redaktion der Welt noch nicht räumen müssen?

Seine unsachlichen Darstellungen verstoßen gegen Artikel 1 unseres Grundgesetzes.

Art 1 GG
"(2)Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu
unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten
als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft,
des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt
."

Demnach gelten die Menschenrechte für jeden Deutschen als Grundlage der Gerechtigkeit und des Friedens.
Zu was "bekennt" sich Herr Herzinger mit seinen Worten?

Die Unbegreiflichkeit in der "Wahl" seiner Worte beginnt mit der Überschrift

Zitat:
"Israel hatte keine andere Wahl als anzugreifen"  ( 1 )

Selbst aus militärischer Sicht ist diese Wahl widerlegt.
Doch Herr Herzinger scheint offensichtlich auch auf diesem Gebiet "außerordentliche" Kenntnisse aufzuweisen.

Zitat:
""Es ist gar keine Frage,
dass Israel militärisch in der Lage ist, den Gazastreifen zurückzuerobern.
Gleichzeitig aber wird immer wieder weltweit vorgeführt,
dass asymmetrische Kriege
auch von den übermächtigsten Armeen nicht endgültig zu gewinnen sind."
  ( 4 )

Israel soll angesichts der klaren Forderungen des Völkerrechts keine andere "Wahl" haben?
Es gibt gegenüber den Forderungen des Völkerrechts tatsächlich keine Wahlmöglichkeit.

Art. 1
Genfer Abkommen über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten

"Die Hohen Vertragsparteien verpflichten sich,
das vorliegende Abkommen unter allen Umständen
einzuhalten und seine Einhaltung durchzusetzen."

"Unter allen Umständen" sind also die Vertragsparteien gehalten, ihre Verpflichtungen einzuhalten und sie durchzusetzen.
Zu diesen Vertragsparteien gehören u.a. auch Israel und Deutschland.

Zitat:
"Seit am 19. Dezember die Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas endete,
sind aus dem Gazastreifen fast 200 Raketen und Mörsergranaten
auf Israel abgeschossen worden.
Die israelischen Zeitungen drucken Fotos von Kindern, denen die Panik ins Gesicht geschrieben steht."
( 5 )

Welch eine Auswahl bei der Wahl der Waffen!
Für 200 ungesteuerte Qassem-Raketen aus dem Gaza, die beinahe wirkungslos auf Israels Land gefallen sind, fallen 100 Tonnen Bomben aus Israel aus dem Himmel auf Gaza.

Zitat:
"Die israelische Luftwaffe warf in den ersten neun Stunden der Angriffe nach eigenen Angaben Bomben mit einem Gewicht von insgesamt mehr als 100 Tonnen ab." ( 6 )

Dabei taucht auch das Wort über die Vergeltung aus der Bibel auf:
"Auge um Auge und Zahn um Zahn." Nicht ein Auge und nicht ein Zahn mehr!

Hat jedes der Qassem-Rohre einen Israeli getötet?

Zitat:
"Bei den israelischen Luftangriffen kamen nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörde bislang mehr als 270 Menschen ums Leben, darunter auch Frauen und Kinder.
Rund 780 Palästinenser wurden zum Teil schwer verletzt."
( 6 )

Auch das Verhältnis der Waffen zwischen den beiden Kontrahenten scheint in der journalistischen "Auswertung" der Meldungen bei Herrn Herzinger keine Überlegung anzustoßen.
Für ihn bleibt es trotzdem bei der einzigen möglichen Wahl.

Herr Herzinger scheint sich auch sehr freizügig seinen Spekulationen über eine angebliche "Billigung" aus Washington hinzugeben.

Zitat:
"Deshalb dürfte ein israelischer Angriff auf Gaza zum jetzigen Zeitpunkt wohl auch die unausgesprochene Billigung Washingtons finden - bei der alten wie der neuen Administration."  ( 1 )

Er ignoriert dabei selbst die Mahnungen aus den USA, aus Europa und Russland in seiner eigenen Zeitung.
Diese Tatsache spricht durchaus ganz besonders für seine hervorragende "Qualifikation" als "Journalist".

Zitat:
"Die USA, EU und Russland rufen beide Parteien zur Mäßigung auf, bevor die Lage weiter eskaliere."  ( 2 )

Zitat:
"Sarkozy wirft Israel Unverhältnismäßigkeit vor:
Die Bombardierung im Gazastreifen müsse sofort ein Ende haben,
ließ der französische Staatschef in Paris mitteilen.
Zugleich verurteilte Nicolas Sarkozy die Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Israel und forderte ein Ende der "unverantwortlichen Provokationen", die zur jetzigen Situation geführt hätten."
( 2 )

Mit seinen Worten "unverantwortliche Provokationen" wählt Sarkozy eine meiner Ansicht nach angebrachte Bezeichnung für den Beschuss mit den militärisch unbedeutenden Qassem-Raketengeschossen.
Vermutlich kommt Sarkozy damit auch der eigentlichen politischen Absicht der Hamas, mit Tel Aviv zu verhandeln, näher als andere erregte Kommentare.

Zitat:
"EU verlangt Erklärung für Militäraktion
Die Europäische Union hat die israelischen Luftangriffe im Gazastreifen
als unverhältnismäßigen Gewalteinsatz bezeichnet."
( 3 )

Eine sehr fundierte Kenntnis der Haltungen in der Arabischen Welt scheint Herr Herzinger ebenfalls zu besitzen.

Zitat:
"Kaum verhohlen hoffen im Übrigen selbst die arabischen Führer,
dass Israel dem Spuk der fundamentalistischen Hamas-Herrschaft in Gaza
ein möglichst schnelles Ende bereiten möge.
Ägyptens Präsident Mubarak soll dies den Israelis sogar signalisiert haben."
( 1 )

Überrascht es da noch den Leser, dass Herr Herzinger in diesem Punkt u.a. auch von seiner eigenen Zeitung widerlegt wird?

Zitat:
"Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte den Militäreinsatz und
rief die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen auf."
( 3 )

Herr Herzinger liegt mit seiner Meinungsbildung auch nur 26 Minuten hinter derjenigen, die mit der seinen nicht übereinstimmt.

Zitat:
"Ägypten verurteilte die israelischen Angriffe. Gleichzeitig versprach Präsident Husni Mubarak weitere Anstrengungen zur Wiederherstellung eines Waffenstillstands. Präsident Mubarak ordnete an, den geschlossenen Grenzübergang Rafah für die Aufnahme von Verletzten zu öffnen. Die Außenminister arabischer Länder wollen nach Angaben der arabischen Liga bereits am Montag oder Dienstag in Kairo zu einer Krisensitzung zusammenkommen.

Jordanien verlangte eine Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga. In einer Stellungnahme der Regierung in Amman hieß es, das Königreich "fordert Israel dazu auf, seine Militäroperationen und seine Politik der kollektiven Bestrafung von palästinensischen Zivilisten unverzüglich einzustellen". In Amman demonstrierten mehrere hundert Gewerkschafter. Dabei kritisierten sie auch Ägypten, das "mit Israel gemeinsame Sache mache"."
  ( 2 )

Die Folgen dieser völkerrechtsfernen Berichtsverfassung sind in den anschließenden Kommentaren in Die Welt zu lesen.
Es ist wirklich grausam, was in Hirnen heranwächst, die nicht aufgeklärt sind und es auch nicht werden.
Beides ist gefährlich für das Rechtsverständnis in einer  Demokratie - und für die Demokratie selbst auch!

Das sind die Folgen einer "unvollständigen" Berichterstattung u.a. in Die Welt.

Zitate der Kommentare:

"Kommentare

28.12.2008 - 08:47 Uhr - Der weisse Ritter sagt:
Diese Massaker müssen sofort aufhören und auch vom Westen verurteilt werden!

28.12.2008 - 09:00 Uhr - titanic sagt:
Welches Massaker?
Hamas hat Israel den Krieg erklärt, nicht umgekehrt!

Die Hamas hat den Waffenstillstand aufgekündigt, nicht Israel.
Nun zahlt die Hamas den logischen Preis dafür, in Form von toten eigenen Kämpfern.

28.12.2008 - 09:06 Uhr - Der Schmied von Kochel sagt:
Wird Israel beschossen schweigt die UN und die EU.
Schießt Israel zurück ist das Geschrei groß.
Von Jahr zu Jahr verfestigt sich der Eindruck
das UN und EU schützend ihre Hand über Terroristen hält.

Ein guter Grund mehr die Politik der EU und die EU überhaupt abzulehnen.

28.12.2008 - 09:15 Uhr - Heiko sagt:
Die Hamas "Gotteskrieger" bekommen was Sie verdienen.
Erst Krieg anzetteln und dann heulen...typisch.
Sie wollten den Gazastreifen eh gesellschaftlich zurück in das Mittelaltersteuern steuern -
Israel hilft da jetzt ein wenig nach
.

28.12.2008 - 09:20 Uhr - Der schwarze Ritter sagt:
Wer sich feige unter Zivilisten versteckt, braucht Nebenwirkungen nicht zu beklagen.
Israel hat zudem vorher genau angekündigt, was passieren würde und
hat noch Hilfsgüter zu den Idioten durchgelassen. Mehr als fair ...
Israel verteidigt die Werte der westlichen Zivilisation gegen das Mittelalter.

Die Hamas ist eine von Teheran finanzierte Terrorbande, aber das vergessen unsere Gutmenschen gerne mal.

28.12.2008 - 12:17 Uhr - Benz sagt:
Freiheit für Palästina! Ich wünsche der Hamas viel Erfolg und der israelischen Armee eine blutige Nase.


Anmerkung des Verfassers:
Die anonyme Verwendung des Namens Benz dürfte u.U. an diesem Platz strafrechtlich verfolgbar sein.
Denn Herr Prof. Dr. Wolfgang Benz ist Direktor
des Zentrums für Antisemitismusforschung
Ernst-Reuter-Platz 7, 10587 Berlin
Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin
Es ist nicht vorstellbar, daß er hier seine Ansichten in dieser Art kundtut.

Fortsetzung der Zitate:

28.12.2008 - 12:20 Uhr - China - Israel: Parallele sagt:
Die Ordnungsmacht muss für die Sicherheit des Landes sorgen.
Die anarchistischen Tibet-Mönche zogen im März randalierend durch die Strassen Lhasas
und zündeten die öffentlichen Einrichtungen an.
Menschen nicht tibet. Abstammung wurden niedergeprügelt ("Mopedfahrer"

Die gleich Situation haben wir nun in den Gaza-Streifen.
Die Hamas-Terroristen haben 80 Raketen auf israel. Siedlungsgebiete abgefeuert!!!!!
Das tatenlose Zusehen Israels hat ein Ende.
Sicherheit und Ordnung sind das A und O eines souveränen Staates.

28.12.2008 - 12:21 Uhr - Bevor Bush geht dürfen sie bochmal schnell......
sagt: Frohe Wehnachten

28.12.2008 - 12:23 Uhr - spanier sagt:
Feiheit fuer Israel ich wuensche der Hamas eine blutige Nase

28.12.2008 - 12:27 Uhr - Benztown sagt:
Freiheit für Israel! Ich wünsche der israelischen Armee viel Erfolg!"


Doch Die Welt ist ein "anerkanntes" Blatt !
Was ich ihr jedoch nicht nachsehe, derartige Wortmeldungen ohne ordentliche Nennung der vollen Namen der "Kommentatoren" - immer noch - zu veröffentlichen. ( siehe Benz ! )

Da werden Anstrengungen unternommen, den Immigranten unsere Verfassung verständlich zu machen und ihr Wissen für eine Aufnahmefähigkeit in unseren Staat zu prüfen.
Was werden sie über den Deutschen Meinungs-Journalismus und seine Meinungs-Gefolgschaft denken?
Zumindest könnten sie spöttisch fordern, dass diesen "Bereits-Deutschen" solange diese Staatsfähigkeit aberkannt wird, bis sie die selbe Prüfung wie sie bestanden haben.

Angesichts dieser "Art" von "Journalismus" ist es müßig, am rechten Rand der politischen Meinungsbildung dort auf die Radikalen einzuschlagen - solange eine derartige journalistische "Arbeit" in den Redaktionen in Deutschland möglich ist.


2  Tevet  5769  -  Chanukah 8  *  29.  Dezember  2008  ©  Heinz  Kobald


_______________________________________________


( 1 )  Die Welt, 27. Dezember 2008, 15:33 Uhr
Israel hatte keine andere Wahl als anzugreifen
Kommentar  von  Richard  Herzinger

( 2 )  Die Welt, 27. Dezember 2008, 15:07 Uhr
Reaktionen nach Luftangriff
Sarkozy wirft Israel Unverhältnismäßigkeit vor

( 3 )  Deutschlandradio, AKTUELL VOM 27.12.2008

( 4 )  Deutschlandfunk - Presseschau
Samstag, 27. Dezember 2008, 12:50 Uhr

( 5 ) Die Welt, 27. Dezember 2008, 16:52 Uhr
Gazastreifen - Die Hamas will das "zionistische Massaker" rächen
Von Silke Mertins

( 6 )  Die Welt, 28. Dezember 2008, 08:32 Uhr
Gazastreifen - Israel droht mit Bodenoffensive gegen Hamas


31.12.08 01:59


Das Versagen der Deutschen Presse



Zitat:

»Israels Regierungschef Ehud Olmert, der am Sonntag zu Gesprächen mit den Staats- und Regierungschefs Großbritanniens und Frankreichs aufgebrochen ist, will eigenen Angaben zufolge “nicht ewig“ lange mit der einseitigen Festlegung der Grenzen Israels warten.

Er sei zwar zu “schmerzhaften Kompromissen“ auf der Suche nach Frieden mit den Palästinensern bereit, sagte Olmert dem britischen TV-Sender Sky News; wenn diese aber die Forderungen des Friedensfahrplanes nicht umsetzten, werde Israel in Abstimmung mit “vielen anderen Ländern“ den “gegenwärtigen Status“ ändern.«
( 1 )


Berichterstattung anstelle von Journalismus

Den in der Presse widergegebenen Worten von Ministerpräsident Olmert folgen noch immer keine verantwortungsverpflichteten journalistischen Aufarbeitungen.

So bleiben Ministerpräsident Olmerts wiederholten Verkündungen “nicht ewig“ warten zu wollen, um die Grenze von Israel “einseitig festzulegen“ oder seine “schmerzhaften Kompromisse“ weiterhin als Neuro Linguistische Formeln bestehen.

Keine Regierung Israels darf die Grenzen Israels auf das durch Krieg eroberte Gebiet ausdehnen.
Die bestehenden jüdischen Siedlungen auf dem eroberten Land der Palästinenser geben keiner Regierung Israels ein Recht dazu.

Was Israels Ministerpräsident Ehud Olmert da als “schmerzhafte Kompromisse“ den Berichterstattern in ihre Notizblöcke diktiert, das sind Äußerungen, die das Völkerrecht ihm nicht erlaubt.
Weder mit der Eroberung in einem siegreichen Krieg noch mit der Besiedlung hat der Staat Israel ein Recht auf dieses Land erworben.
Kein Ordentliches Gericht der Welt kann dem Staat Israel einen Anspruch auf das Land auf der Grundlage des Alten Testamentes zuerkennen.

Das Völkerrecht erlaubt auch keine Abstimmung der Regierung von Israel mit anderen Staaten über eine Ausdehnung der Grenzen des bestehenden Staates Israel. Denn die Unterzeichnerstaaten - wie Großbritannien und Frankreich - sind zur Einhaltung und Durchsetzung der Konvention
"unter allen Umständen" verpflichtet.

Noch immer hat die IV. Genfer Konvention von 1949 ihre Gültigkeit.
Dies hat das Völkerrechtsreferat im Auswärtigen Amt der Bundesregierung Deutschland in seinem Schreiben vom 13. Februar 2006 bestätigt.
Ebenso wird darin die jüdische Besiedlung verurteilt. Das Völkerrecht –
Art. 49 letzter Satz, IV. Genfer Konvention - verbietet sie der Besatzungsmacht.

»Daher wird auch die Siedlungstätigkeit Israels in den besetzten Gebieten von der Staatengemeinschaft als mit den Bestimmungen des IV. Genfer Abkommens unvereinbar verurteilt.«

Somit gibt es nur auf einer Seite ein ungeduldiges Erwarten. Das ist die Forderung an Israel, endlich die Besatzung – nach bald 40 Jahren - zu beenden und alle jüdischen Siedlungen in den eroberten Gebieten aufzulösen.

Ein anderes Warten will ich ebenso nicht verbergen.
Das Warten auf den Mut in der Deutschen Presse, diese wiederholt unaufgearbeiteten Worte der Regierung Israels endlich dem Völkerrecht gegenüberzustellen.
Die Deutsche Presse könnte sich – zumindest ebenfalls auf dem Papier – an der Antwort aus dem Völkerrechtsreferat ein Vorbild nehmen.

Ein anderes Vorbild könnte sich Ehud Olmert an seinem Vorgänger Ariel Sharon und an Mahmoud Abbas nehmen. Sie beide befragen das Volk bei so Frieden entscheidenden Grenzen im Land von Palästina.
Abbas wagt sich sogar auf diesen Weg obwohl ihm seine Verfassung dazu keine politisch rechtsgültige Rückendeckung gibt.

»Sollten die Palästinenser dem Dokument zustimmen, könnte Israel dies als weitere Legitimation für einseitig geplante Grenzziehungen betrachten.
Einen Hinweis darauf liefert Regierungschef Ehud Olmert bereits:
Für die Wiederaufnahme eines Dialogs sei das Dokument “bedeutungslos“, sagte er.« ( 2 )

Wenn hier etwas wirklich “bedeutungslos“ ist, dann sind es die Handlungen des Ministerpräsidenten Olmert, eine völkerrechtswidrige Grenzziehung vorzubereiten.
Die Staaten in Europa, mit denen er diese Grenze “abstimmen“ will, sind - ebenso wie Israel – Unterzeichner der
IV. Genfer Konvention von 1949.
Daher ist es ihnen - ebenso wie Israel die Annektion – untersagt, ihr zuzustimmen.

Es ist daher unfassbar, den folgenden – gänzlich unbegründeten - Satz in der Deutschen Presse lesen zu müssen:

»Sollten die Palästinenser dem Dokument zustimmen, könnte Israel dies als “weitere Legitimation“ für einseitig geplante Grenzziehungen betrachten.«

Hier verfolgt die Berichterstattung unverhohlen, eine “Legitimation“ für völkerrechtswidriges Handeln aufzubauen. Diese Berichterstatter machen sich zu Dienern der Neuro Linguistischen Sprachprogrammierung Israels.
Es besteht für Israels Absicht der Grenzziehung keine “Legitimation“ – bestenfalls “nachvollziehbare Gründe“.
Selbst diese Formulierung muß sich eindeutig und unmißverständlich von einer Befürwortung dieser beabsichtigten Grenze fernhalten.

_______________________________________

( 1 ) Quelle: Süddeutsche Zeitung, Nr. 133, 12. Juni 2006, Seite 1
Volksabstimmung auf 26. Juli festgesetzt -
Abbas erhöht Druck auf die Hamas-Regierung,
Palästinenser entscheiden über Zwei-Staaten-Lösung,
Tötung von Zivilisten durch Israels Armee wird untersucht,
Von Thorsten Schmitz

( 2 ) Quelle: Süddeutsche Zeitung, Nr. 133, 12. Juni 2006, Seite 4
Machtkampf per Referendum -
Präsident Abbas sucht die Konfrontation mit der Hamas,
stellt sich dabei aber selbst eine Falle,
Von Thorsten Schmitz


16 Sivan 5766 * 12. Juni 2006 © Heinz Kobald


12.6.06 21:23





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