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Aufstand gegen eine Besatzung
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Intifada
Die INTIFADA - Der Lange Weg
Die I N T I F A D A beginnt
Der zweite Aufstand der Palästinenser Gegen die Besatzung durch Israel
Zusammengestellt von Heinz Kobald
Begonnen am 30. September 2004
Der arabische Begriff für "Aufstand" bezeichnet den Freiheitskampf in den von Israel besetzten Gebieten,
der 1987 aus Unruhen entstand, sechs Jahre lang dauerte und auf palästinensischer Seite über 2.000 Opfer forderte.
ICH WERDE DIESEN WEG ZURÜCKLEGEN
Ich werde diesen langen Weg zurücklegen, diesen langen Weg, bis ans Ende. Bis ans Ende des Herzens werde ich diesen langen, so langen Weg zurücklegen ...
Da ich nur noch den Staub zu verlieren habe und was tot ist in mir, und die Palmenreihe zeigt an, was abwesend ist. Ich werde die Palmenreihe durchqueren. Braucht eine Wunde ihren Dichter, um der Abwesenheit einen Granatapfel zu zeichnen ? Ich werde euch auf dem Dach des Wieherns dreißig Fenster für die Metapher bauen. Drum steigt aus dem einen Umherreisen aus, um in ein anderes einzutreten.
Mag es auf Erden eng sein für uns oder nicht, wir werden diesen langen Weg zurücklegen, Bis ans Ende des Bogens. Mögen unsere Schritte zittern wie Pfeile. Waren wir erst vor kurzem hier, und werden wir bald den Pfeil des Anfangs erreichen? Die Winde haben sich mit uns gedreht, ja gedreht, Was sagst du dazu ? Ich sage: Ich werde diesen langen Weg zurücklegen, bis ans Ende ... bis ans Ende meiner selbst.
Aus dem Buch von Mahmud Darwisch WENIGER ROSEN - Gedichte, 1996, 2002
Letzte Änderung am 06.10.2007, Heinz Kobald
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Intifada 2000
INTIFADA 2000
I N T I F A D A 2000
11. bis 25. Juli 2000
Die Nahost-Konferenz in Camp David zwischen US-Präsident Clinton, Israels Ministerpräsident Barak und dem Leiter der palästinensischen Autonomiebehörde Arafat bleibt ergebnislos. Der Hauptstreitpunkt der Friedensverhandlungen besteht im künftigen Status Jerusalems.
Beginn der 2. Intifada
28. September bis 3. Oktober 2000
Während des Besuchs des Vorsitzenden des oppositionellen Likud, Ariel Scharon, und mehrerer Abgeordneter der Partei auf dem Jerusalemer Tempelberg kommt es zu Gewaltätigkeiten. In den folgenden Tagen weiten sich die Unruhen auf das Westjordanland und den Gaza-Streifen aus. Quelle: F.A.Z.-Archiv
Der Berg in der Altstadt Jerusalems umfaßt auf engstem Raum Heiligtümer des Judentums und des Islam und ist deswegen immer wieder Auslöser und Schauplatz von Auseinandersetzungen.
Auf der westlichen Seite des Tempelbergs befindet sich die Klagemauer, das oberste Heiligtum der Juden. Direkt darüber, auf dem Tempelberg, liegen der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee.
Das Areal ist im Islam der drittheiligste Ort nach Mekka und Medina.
Der 638 nach Christus unter Kalif Omar begonnene Felsendom mit seiner weithin sichtbaren goldenen Kuppel bezeichnet die Stelle, von der aus der Prophet Mohammed seine Reise in den Himmel angetreten hat.
Zuletzt war der Besuch des damaligen Oppositionspolitikers und jetzigen Ministerpräsidenten Ariel Scharon auf dem Tempelberg am 28. September 2000 Auslöser der "Al-Aqsa-Intifada".
Seit Beginn der Intifada ist es aus Sicherheitsgründen allen Nicht-Muslimen untersagt, den Tempelberg zu betreten.
Da dieser sowohl von Israel als auch von Palästina beansprucht wird, ist er auch zu einem der zentralen Streitpunkte in den Friedensverhandlungen geworden.
Quelle: Florian Allwein, F.A.Z.-Archiv
Mahmud Darwisch:
DAS BEWACHTE KALTE WASSER
von Khalid Al-Maaly
Das arabische Feuilleton begann Mitte der 60er Jahre Lyrik von Dichtern zu veröffentlichen, die man damals Dichter des palästinensischen Widerstandes nannte. Ein Großteil dieser Autoren lebte auf dem sogenannten Gebiet von 1948. Kennzeichnend für diese Lyrik war eine propagandistische Haltung, die unmittelbar mit den politischen Ereignissen im Nahen Osten zusammenhing, insbesondere mit dem Krieg vom 6. Juni 1967 und der Niederlage der arabischen Armeen. Die meisten Dichter gehörten der kommunistischen israelischen Partei Rakah an.
Die Gedichte von Mahmud Darwisch jedoch zeichneten sich dadurch aus, daß sie, im Gegensatz zur üblichen Lyrik des Widerstandes, der Poesie sehr nahe kamen. Damals bezeichnete die bekannte arabische Literaturzeitschrift Shi'r Mahmud Darwisch als bedeutenden Dichter, und der Lyriker Unsi al-Hadj, einer der Redakteure der Zeitschrift, lobte mehrmals sein dichterisches Werk. So wurde Mahmud Darwisch zu einer fast mythischen Gestalt, seine Popularität überstieg die seiner Dichterkollegen. Hundertausendfach wurden seine Bücher verkauft.
Doch dies hatte seinen Preis.
Ende der 60er Jahre erschien die erste kritische Abhandlung über Darwischs Werk, ein Buch mit dem Titel Mahmud Darwisch, verfaßt von dem ägyptischen Kritiker Raja' al Naqqassh. Darwisch war damals 27 Jahre alt. Unzählige Bücher und Artikel folgten. Ein Großteil dieser Arbeiten waren keine Kritik im üblichen Sinne. Sie sind beim Studium seiner Lyrik keine Hilfe. Diese angeblich kritischen Arbeiten versäumen es, den Stellenwert des Dichters Mahmud Darwisch in der zeitgenössischen Landschaft der arabischen Lyrik zu skizzieren, den Einfluß des Dichters und seine Beeinflussung zu beleuchten. Kurz gesagt, alle diese Studien sind eine bloße Fortsetzung propangandistischer Schriften unter dem Mantel der Kritik. Ebenso verhielt es sich mit den Übersetzungen in andere Sprachen. Die meisten Übersetzer interessierten sich in erster Linie für die palästinensische Sache auf Kosten des dichterischen Werks.
Heute vermögen wir nicht aber die unaufhörlichen Versuche des Dichters zu urteilen, sich aus dieser erstickenden Umklammerung zu befreien. Es waren für einen Dichter, der die Tragödie durchlebt hat, mutige Versuche. Ein Versuch, sich aus der Gefangenschaft zu befreien, äußerte sich in Darwischs Weigerung seine frühen Gedichte zu lesen, die keinerlei Bedeutung mehr für seine lyrische Gegenwart haben.
Der Dichter Unsi al-Hadj kommentierte in scharfem Ton einen Vorfall in Beirut im Jahre 1972, bei dem Darwisch es ablehnte, eines dieser frühen Gedichte zu lesen, mit den Worten: "Arm dran ist der Dichter in der Geschichte, im Krieg und in der Politik! Die Zeit ist nicht die seine, wenn er nicht das Spiel mitmacht. Und wenn er ins Spiel eintritt, so als Dichter des Spiels und nicht als Dichter" ( Unsi al-Hadj, Kalimat, Bd.3, S. 851 ).
Diese Bemerkung trifft trotz ihrer Härte den Sachverhalt genau. Mahmud Darwisch hörte nie auf, seine Gedichte zu erneuern und weiterzuentwickeln. Er war sich dieser Problematik, die sein Schicksal bestimmte, immer bewußt, da seine Stimme durch Zufall zu einer kollektiven Stimme wurde. "Denn allein der Zufall machte aus meiner persönlichen Geschichte eine kollektive. Und so erkennt die Gruppe ihre Stimme wieder. Es wird Zeit, dass wir die Kritik beenden, die nicht über das Ich und die Gruppe hinausgeht". ( Masharif, Nr. 3, 1995 ).
Aus dem Buch von Mahmud Darwisch „WENIGER ROSEN“ Gedichte, 1996, 2002
Letzte Änderung am 06.10.2007, Heinz Kobald
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Intifada 2002
Intifada 2002
I N T I F A D A 2002
Einen Tag vor dem Zweiten Jahrestag 2002 Israel liquidiert radikale Palästinenser
Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen im Nahen Osten sind 7 Menschen getötet worden, unter ihnen ein 14 Monate altes Kind.
Unter den Toten sind 2 mutmaßliche radikale Palästinenser, die bei einem gezielten Raketenangriff der israelischen Armee ums Leben kamen. Die Opfer waren Mitglieder der radikal-islamischen Hamas- Bewegung und der Al-Aksa-Brigaden.
Mehr als 20 Personen wurden nach palästinensischen Angaben dabei verletzt. Ziel des Angriffes war der oberste Bombenbauer der militanten Hamas-Bewegung, Mohammed Deif. Nach palästinensischen Angaben befand er sich nicht in dem von Kampfhubschraubern beschossenem Auto. Israelischen Berichten zufolge wurde er getötet.
Im Norden des Gaza-Streifens rückten erneut israelische Panzer ein. Quelle: AP/dpa/Reuters vom 27. September 2002
Am zweiten Jahrestag der Intifada kündigte Arafat eine Fortsetzung des gewaltsamen Kampfes gegen Israel an. Mehreren Tausend Demonstranten im Gaza- Streifen und im Westjordanland übermittelte er eine telefonische Grußbotschaft.
"Wir werden bis zu einem Sieg protestieren." Wir fordern die Schaffung eines palästinensischen Staates mit Jerusalem als Hauptstadt.«
»Nach heftiger Kritik durch die USA hat die israelische Regierung am Sonntag eine Lockerung der Belagerung des Amtssitzes von Jassir Arafat beschlossen, nicht jedoch den völligen Abzug der Truppen.
Am Mittag begannen Panzer, sich vom Gelände des Hauptquartiers des Palästinenserpräsidenten in Ramallah im Westjordanland zurückzuziehen.
Die "Mukata" war nach mehreren palästinensischen Selbstmordanschlägen vor elf Tagen von israelischen Truppen und Panzerverbänden belagert und fast vollständig durch Sprengungen zerstört worden. Arafat harrt seitdem isoliert von der Außenwelt zusammen mit etwa 200 Gefolgsleuten in fünf unversehrten Räumen aus.
»Israel hatte bisher ein Ende der Belagerung nur dann in Aussicht gestellt, wenn Arafat etwa 20 mutmaßliche Terroristen ausliefern würde, die in der Mukata Zuflucht gesucht haben sollen.« Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 30. September 2002
ES WIRD KOMMEN DER WINTER, DER WAR
Es wird kommen der Winter, der war ... zum zehnten Mal.
Was werde ich tun, wenn der Winter kommt, der war, was werde ich tun, um nicht zu sterben, wie ...
Ich bin schon einmal gestorben zwischen zwei Herzen, höher als die Wolken, höher ... höher?
Ich bereite dir die Erinnerungen zu und öffne den vom Vergessen eines Oleanders befallenen Tauben ein Fenster Und ich liebkose den Flaum deiner Abwesenheit ...
Konnten wir weniger lieben, Um mehr uns zu freuen? Konnten wir weniger lieben ... weniger?
Wir geben der Liebe ihre Habe zurück: Wir geben die Seele der Seele zurück und den Schatten Den Seinigen. Wir tauschen die Namen unsres Vergessens, dann kehren wir zurück, getötet ... und schöner.
Wir geben der Liebe ihre Habe zurück, den Anteil an der Blume der Zeit, der in zwei Körpern war.
Doch wir kehren nicht wirklich zweimal zu uns selber zurück ! ...
Aus dem Buch von Mahmud Darwisch "WENIGER ROSEN" Gedichte, 1996, 2002
Zuletzt geändert am 07.10.2007, Heinz Kobald
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Intifada 2003
Intifada 2003I N T I F A D A 2003
Tony Judt: »Auf dem Territorium der besetzten Gebiete soll es einen palästinensischen Staat geben, dessen Hauptstadt Ostjerusalem wird,« »Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat längst die erbärmliche Rolle einer Bauchrednerpuppe übernommen, die andauernd die Parole des israelischen Kabinetts wiederholt: "Arafat ist an allem schuld."« »Derweil halten sich die palästinensischen Araber, eingesperrt in ihren immer kleiner werdenden Bantustans, mit Almosen der Europäischen Union über Wasser.« ( 1 )
»Der prominente Arbeitspartei-Politiker Avraham Burg hat es vor kurzem so ausgedrückt: "Nach einem 2.000 Jahre währenden Überlebenskampf ist Israel in der Realität zu einem Kolonialstaat geworden, der von einer korrupten Clique regiert wird, die das Recht und die öffentliche Moral verhöhnt und verachtet." Wenn sich nichts ändert, wird Israel in fünf Jahren weder jüdisch noch demokratisch sein.« ( 2 )
Burg hält die aktuelle Politik Israels für das beste "Rekrutierungsinstrument" der Terroristen:
"Wir sind gleichgültig gegenüber dem Schicksal von hungernden und erniedrigten palästinensischen Kindern;
kann es da überraschen, wenn sie uns in unseren Restaurants in die Luft sprengen?
Und wenn wir täglich tausend Terroristen umbringen würden, würde das gar nichts ändern." ( 2 )
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( 1 ) Zitate aus den Gedanken über eine Alternative für einen Staat Palästina von TONY JUDT, Direktor des Remarque Institute an der New York University.
( 2 ) Quelle: Le Monde diplomatique Nr. 7208 vom 14.11.2003 Aus dem Essay des Knesset-Abgeordneten Avraham Burg. Burg war früher Präsident der Jewish Agency und von 1999 bis 2003 Präsident der Knesset.
Und wir, wir lieben das Leben, so sehr wir nur können,
Und wir tanzen zwischen zwei Märtyrern. Wir stellen zwischen ihnen den Veilchen ein Minarett oder Palmen auf.
Und wir, wir lieben das Leben, so sehr wir nur können.
Und wir entwenden der Seidenraupe einen Faden, um uns einen Himmel zu weben und diesen Aufbruch einzuzäunen.
Und wir öffnen das Tor zum Garten, damit der Jasmin auf die Wege hinaustritt wie ein schöner Tag.
Und wir, wir lieben das Leben, so sehr wir nur können.
Und dort, wo wir ansässig sind, säen wir schnellwachsende Pflanzen, und wir ernten dort, wo wir ansässig sind, einen Getöteten.
Und wir blasen in die Flöte die Farbe der Ferne, der Ferne, und wir zeichnen ein Wiehern in den Staub des Durchgangs,
Und wir schreiben unsre Namen Stein um Stein. Blitz, erhelle uns die Nacht, erhelle ein wenig.
Und wir, wir lieben das Leben, so sehr wir nur können ...
Aus dem Buch von Mahmud Darwisch "WENIGER ROSEN" Gedichte, 1996, 2002
Zuletzt geändert am 07.10.2007, Heinz Kobald
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